Das FSJ in einer Klinik machen – und das in Zeiten von Corona!



Wir haben zwei unserer Freiwilligen - Samantha und Diego - gefragt, warum sie ihr FSJ in einer Klinik machen und was sich eigentlich durch Corona in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr verändert hat?

Samantha und Diego haben sich zu einem Zeitpunkt für ein FSJ entschieden, als die Welt scheinbar noch in Ordnung war: Corona war eine Biersorte, Masken was für Narrenzünfte und ein Treffen unter Freunden kein Politikum. Sie wollten beide ein FSJ machen, um in den Arbeitsbereich Klinik reinzuschnuppern und den Beruf der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger kennenzulernen.

Samantha macht ihr FSJ auf der Kardiologie und Angiologie (also Herz-Kreislauf- sowie Gefäßerkrankungen) im Klinikum Mittelbaden Balg, Diego hat sein FSJ zunächst im Kreiskrankenhaus Schopfheim auf einer Diabetestation begonnen und wurde inzwischen nach Lörrach in die Onkologie versetzt. Und als Diego nach ein paar freien Tagen zurück auf seine Station kommt, ist sie zur Corona-Station umgebaut. Gerade in Kliniken rückt die Pandemie nah an unsere Freiwilligen heran. Der Kontakt mit Corona-Patient:innen ist kein diffuses Risiko, sondern gehört nun zum Alltag. Dennoch haben sich beide dazu entschieden, ihr FSJ zu verlängern!

Aber was sind die Aufgaben von Freiwilligendienstleistenden in einem Klinikum?

An vorderste Stelle steht Vitalwerte messen, also Blutdruck, Puls, Blutzucker, Körpertemperatur etc., Essen austeilen, Patient:innen waschen und sie sicher zu ihren Untersuchungen zu bringen. Diego meint aber, wenn er alle Aufgaben aufzählt, wären wir damit morgen noch beschäftigt. Abwechslung gibt es genug!

Was das Schöne an diesen Tätigkeiten ist?

Samantha hat durch ihr FSJ an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gewonnen und ihre Selbstständigkeit weiterentwickeln können. Außerdem hat sie für sich einen besseren Umgang mit den Themen Altern und Sterben gefunden. Diego schätzt gerade die Arbeit mit den Patient:innen, für sie da zu sein, sie zu unterstützen und ihre Situation verbessern zu können. Kraft schöpft er daraus, dass er ihnen helfen und sie auf ihrem Weg weiterbringen kann.

Was sich durch Corona verändert hat?

Sowohl Diego als auch Samantha finden, dass sich an ihren Aufgaben durch Corona fast nichts geändert hat. Natürlich gehört die FFP2-Maske nun zum festen Bestandteil der Dienstkleidung und die emotionale Zusatzbelastung durch Corona ist spürbar: Zum einen tritt durch die pandemische Lage der generelle Personalmangel in Kliniken deutlich zutage, zum anderen sind Kontakte mit Patient:innen, die im Nachhinein positiv auf das Virus getestet werden, nicht vollständig vermeidbar. Die Sorge, sich anzustecken, ist trotz diverser Vorsichtmaßnahmen für unsere Freiwilligen spürbar.

Zwar werden unsere Freiwillige nicht auf Isolations- und Intensivstationen eingesetzt, Diego darf aus Jugendschutzgründen die Isolationszimmer von Corona-Patient:innen gar nicht erst betreten – und dennoch würde er sich wünschen, durch frühzeitigere Tests und mehr Schutzkleidung besser vor einer möglichen Infektion geschützt zu werden.

Und wie geht es nun weiter?

Durch das FSJ sind sich beide sicher: Sie möchten gerne weiter in diesem Bereich arbeiten. Diego fängt in den nächsten Monaten deshalb die Ausbildung zum Gesundheitskrankenpfleger und Samantha die Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin an.

Wir finden, das hört sich nach einem großartigen Plan an! Wir wünschen beiden viel Erfolg und alles Gute auf ihrem weiteren Weg!